Seit mehr als einem Jahrzehnt beobachtet ein internationales Team von Radioastronom:innen den Nordhimmel mit LOFAR, einem der größten und empfindlichsten Radioteleskope der Welt. Mit der dritten großen Datenfreigabe veröffentlichte der europäische Teleskopverbund (LOFAR ERIC) nun die bislang vollständigste Radiokarte aktiver Galaxien: 13,7 Mio. kosmische Radioquellen – darunter Galaxienkerne, Galaxienhaufen und Supernovaüberreste – sind darin erfasst. Die Ergebnisse erschienen im Fachmagazin Astronomy & Astrophysics. Die von LOFAR genutzten Radiowellenfrequenzen machen energetische, für das menschliche Auge unsichtbare Phänomene sichtbar und erfassen auch schwer nachweisbare Objekte. Das LOFAR-Datenarchiv ist die größte astronomische Datensammlung der Welt. Für die hochkomplexe Analyse der insgesamt 13.000 Beobachtungsstunden kam unter anderem der Supercomputer JUWELS am JSC zum Einsatz. Neben dem Forschungszentrum Jülich, auf dessen Gelände sich die LOFAR-Station DE605 befindet, waren Universitäten aus Deutschland, den Niederlanden, Polen, Frankreich, Irland, Lettland, Schweden und dem Vereinigten Königreich sowie die Thüringer Landessternwarte beteiligt. Das künftige System LOFAR2.0 soll die Himmelsdurchmusterung doppelt so schnell durchführen können. Weitere Informationen: go.fzj.de/lofar-radiokarte .

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