Der regelmäßige Wechsel der Ozeangezeiten mit zweimal täglich Ebbe und Flut (sog. M2-Gezeiten) verändert sich über Dekaden hinweg geringfügig. Unter der Leitung von Prof. Michael Schindelegger nutzte ein Team der Universität Bonn den GCS-Supercomputer JUWELS am Jülich Supercomputing Centre für globale 3D-Simulationen zur Erforschung der physikalischen Antriebe für beobachtete Veränderungen der M2-Gezeiten zwischen 1993 und 2020. Die Forschenden wiesen nach, dass die Erwärmung der oberen Ozeanschicht die Hauptursache für die derzeitige geringfügige Abschwächung der M2-Gezeiten in den meisten Ozeanbecken ist. Konkret kommt es durch den verstärkten vertikalen Dichtekontrast in Tiefen von rund 200 bis 1.000 Metern zu einer Steigerung des Energieflusses von M2-Gezeiten auf 3D-Wellen, die durch Streuung an der Bodentopographie entstehen. Derartige Simulationen könnten zukünftig auch zur Abschätzung von Gezeitentrends an Küsten dienen. Weitere Informationen: gauss-centre.eu/news/research-highlights/research-snapshot-new-3d-models-reveal-how-warming-climate-affects-underwater-ocean-tides .