HPC rechnet sich ::: Wissens- & Technologietransfer

Dezember 2016/Januar 2017

Gauß-Allianz Infobrief - Ausgabe 50

Big-Data-Analyse-Systeme am HLRS installiert

Das HLRS (Höchstleistungs­rechen­zentrum Stuttgart) verfügt seit Anfang Dezember über zwei Urika-GX-Systeme von CRAY für die Evaluierung und Opti­mierung neuartiger Big-Data-Analyse-Aufgaben und deren praktikabler Anwendung sowohl in wissen­schaftlichen als auch industriellen Forschungs- und Entwicklungs­aktivitäten. Die jetzt installierte Hard­ware soll dazu beitragen, die durch den HLRS-Super­computer Hazel Hen erzeugten, höchst komplexen und riesigen Daten­mengen zu analy­sieren und in relevante Aktionen umzu­setzen. Profitieren werden von den neuen Möglich­keiten der Hoch­leistungs­daten­analyse insbesondere die Anwender aus den HLRS-Kompetenz-Schwer­punkten Automobil- sowie Luft- und Raum­fahrt­industrie, da in deren Bereichen Höchst­leistungs­rechnen und auch Hoch­leistungs­daten­analyse eine maßgebliche Rolle, z. B. bei der Produkt­entwicklung, spielt. Weitere Informationen: http://hlrs.de/news-urika-gx

Hazel Hen erzielt Supercomputing-Weltrekord

Das GCS-Zentrum HLRS hat gemeinsam mit dem Software­unternehmen ANSYS und dem Rechner­hersteller CRAY einen neuen Super­computing-Weltrekord aufgestellt. Die Software ANSYS-Fluent konnte auf dem HLRS-Höchst­leistungs­rechner Hazel Hen auf mehr als 172.000 Prozessor­kerne skalieren – eine Leistungs­steigerung um das Fünffache, ver­glichen mit dem zwei Jahre zuvor erzielten Er­gebnis. Sowohl aka­demische als auch indus­trielle Hazel-Hen-Nutzer können somit fortan das Potenzial des Super­computers in allen Bereichen der For­schung und Ent­wicklung mit einem kommer­ziellen Werk­zeug voll ausnutzen. Die Arbeiten, die zu diesem Ergebnis führten, wurden vom BMBF sowie vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg gefördert. Weitere Informationen: http://hlrs.de/supercomputing-rekord.pdf

Der neue YAC-Koppler für Erdsystemmodelle

Die neue, frei verfügbare Software „Yet Another Coupler“ (YAC) wurde gemeinsam von DKRZ und Max-Planck-Institut für Meteorologie entwickelt, um Komponenten von Erd­system­modellen, speziell im ICON-Modell (ICOsahedral Non­hydro­static general circulation model), effizient zu koppeln. Koppler ermöglichen den Daten­austausch zwischen einzelnen Teil­modellen wie Ozean, Atmosphäre und Land­oberfläche, z. B. für Variablen wie Energie, Impuls, Wasser und wichtige Spurengase, und sind für die Darstellung komplexer Prozesse und Rück­kopp­lungen des Klima­systems erforderlich. Klima­modelle nutzen unter­schied­liche Gitter für die Be­rech­nungen. Als Grund­fläche der Gitter­zellen werden neben Recht­ecken auch Drei­ecke oder andere Poly­gone verwendet. Die neue Software unterstützt mehrere Gitter­arten, so auch unstruk­turierte Gitter wie das des ICON-Modelles. YAC bietet eine flexible Kopplung von physikalischen Feldern, die auf verschiedenen Gitter­typen auf der Modell­kugel definiert sind. Alle unter­stützten Gitter können mit jeder unter­stützten Inter­polations­methode kombiniert werden. Weitere Informationen und Software­zugang: https://dkrz.de/p/yac/

Auftakt zur European Open Science Cloud

Das europäische Pilot­projekt EOSCpilot als Auftakt zur geplanten “European Open Science Cloud” (EOSC) hat nach positiver wissen­schaftlicher Begut­achtung im Oktober eine Förder­zusage in Höhe von ca. 10 Mio. Euro für zwei Jahre erhalten. Getragen wird es von 33 wissen­schaftlichen Ein­richtungen aus 11 verschiedenen europäischen Ländern, darunter herausragende nationale Wissen­schafts­organi­sationen wie CEA und CNRS aus Frankreich, CNR und INFN aus Italien, DESY, MPG und KIT aus Deutsch­land, JISC und STFC aus England sowie SURF aus den Nieder­landen, wie auch europäische Ein­richtungen ECRIN, EMBL und XFEL. Der Fokus des Projektes liegt auf der Über­windung der Frag­mentierung der europäischen Forschungs­infra­struktur und der Ent­wicklung eines kolla­borativen Ansatzes, um den Zugang zu Forschungs­daten auch über Disziplin­grenzen hinweg zu erleichtern. Dazu sollen sowohl wissen­schaftliche und technische, als auch kulturelle Heraus­forderungen adressiert werden. Die Gesamt­projekt­leitung liegt bei STFC (UK). Die Erarbeitung von Rahmen­verträgen zur Governance sowie einer Open Science Policy sind dabei ebenso geplant wie die Klärung der Inter­operabilität und die Einbeziehung verschiedener wissen­schaftlicher Domänen als Pilot-Nutzer. Der Europäischen Kommission zufolge soll die EOSC für viele Jahre eine tragende Rolle zur Unterstützung von „Open Science“ einnehmen. Weitere Informationen: http://ec.europa.eu/research/openscience

Weiterbildung zum HPC-Experten

Das HLRS erarbeitet in enger Kooperation mit den Universitäten Freiburg und Ulm ein Konzept zur Senkung des Fach­kräfte­mangels im IT-Bereich. Das geplante modulare Weiter­bildungs­system zum HPC-Experten (MoeWe) soll dem steigenden Bedarf an HPC-Fach­kräften in Industrie und Wirtschaft ent­gegen kommen und IT-affinen Beschäftigten die Möglich­keit bieten, ihre HPC-Kompetenzen flexibel durch berufs­begleitende e-Learning-Angebote in Ver­bindung mit Präsenz­veranstaltungen (sogenannte Blended Learning-Kurse) auszubauen. Bis Ende 2020 werden von den Projekt­partnern Weiter­bildungs­module aus den Bereichen Paralleles Program­mieren, Simulation, Cluster, Cloud & HPC, Ökologie & Ökonomie und Daten­management entwickelt. Zudem wird ein Grund­lagen­kurs gestaltet, der Neu- und Quereinsteiger/innen die Möglich­keit gibt, an der Weiter­bildung teilzunehmen, die in 2017 anlaufen wird. Das Projekt wird vom europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Ministerium für Wissen­schaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg gefördert. Weitere Informationen: http://hlrs.de/moewe

International HPC Summer School 2017

Die achte „International Summer School on HPC Challenges in Computational Sciences” (IHPCSS) wird vom 25. bis 30. Juni 2017 wieder in den USA statt­finden. Für die Organisation und Finanzierung arbeiten XSEDE/NSF für die USA, PRACE für Europa, Compute/Calcul Canada für Kanada sowie RIKEN AICS für Japan wieder eng zusammen. Promovierende und Postdocs, die HPC in ihrem Forschungs­gebiet einsetzen und an einer wissen­schaftlichen Einrichtung in Europa, den USA, Kanada oder Japan arbeiten, können sich für einen der begehrten 80 Plätze bewerben, wobei 30 Plätze für Studierende aus Europa vorgesehen sind. Die Auswahl erfolgt wieder durch ein Review-Verfahren, das inzwischen über alle Partner­organisationen hinweg vereinheitlicht wurde. Innerhalb einer Woche werden wesentliche Aspekte zu HPC-Heraus­forde­rungen in verschiedenen wissen­schaftlichen Disziplinen behandelt wie auch State-of-the-Art Programmier- und Visuali­sierungs­techniken und Leistungs­analyse. Mentoring, Poster-Sessions und weitere Networking-Möglich­keiten stimulieren den Informations­austausch über Kontinent­grenzen hinweg. Für Studierende sind Teilnahme, Unterkunft und Verpflegung kostenfrei; auch Flug­kosten können zu einem großen Teil erstattet werden. Weitere Informationen: http://ihpcss.org

E-Science-Tage 2017

Die Möglichkeiten des digitalen Forschens beflügeln Methodik, Vernetzung und Erkenntnis­gewinn in der Wissenschaft. Moderne Informations­systeme fördern die Entwicklung innovativer Forschungs­methoden, unterstützen virtuelle Kollaborationen und erhöhen den Wert von Daten für den Forschungs­prozess. Das vom SCC geführte Projekt bwFDM-Info veranstaltet am 16. und 17. März die E-Science-Tage 2017 in Heidelberg. Mit dem Themen­schwerpunkt „For­schungs­daten managen“ informiert die Veranstaltung mit einer Fülle von Angeboten über Fortschritte, Heraus­forderungen und Chancen der digitalen Arbeit mit Forschungs­daten. Die E-Science-Tage bieten sowohl Forschenden als auch Infra­struktur­ein­rich­tungen ein gemeinsames Forum für die Initiierung und Etablierung nachhaltiger Lösungen an. Weitere Informationen: https://e-science-tage.de